Das unterschätzte Licht in der Portraitfotografie
Fuji GFX100ii, 80mm F1.7 1/160
Garagenlicht
Auf den ersten Blick wirkt Garagenlicht unspektakulär.
Doch eigentlich vereint es genau das, was man in der Portraitfotografie so oft sucht.
Es ist:
simpel
ohne zusätzliches Equipment nutzbar
sehr weich
hervorragend kontrollierbar
Und genau deshalb wird es oft unterschätzt.
Was Garagenlicht eigentlich definiert
Garagenlicht entsteht, wenn das Modell im beginnenden Schatten einer Garage, Unterführung oder Überdachung steht.
Mit „beginnendem Schatten“ ist gemeint, dass das Modell gerade nicht mehr vom direkten Licht vor der Garage getroffen wird, sondern bereits im Schatten steht.
Der im Verhältnis sehr helle Bereich vor der Garage fungiert nun als riesige indirekte weiche Lichtquelle.
Indirekt deshalb, weil die Sonnenstrahlen, oder das vom Himmel reflektierte Licht, das Modell nicht direkt, sondern gestreut erreichen.
Dabei entsteht ein wunderbar schneller Lichtabfall in das Innere der Garage oder Unterführung.
Dieser Lichtabfall sorgt für Tiefe, Plastizität und eine sehr angenehme Bildwirkung.
Wenn die Umgebung zur Lichtquelle wird
Zusätzlich wirken helle Flächen im Außenbereich wie natürliche Reflektoren:
Weiße Häuser vor der Garage
Heller Asphalt
Betonflächen
Helle Wände
Diese Flächen bouncen das Licht zurück und bauen so eine große, weiche Lichtwand auf.
Besonders heller Asphalt sorgt zusätzlich für:
Aufhellung der Augen
Reduzierung von Schatten
natürlicheren Look
So wird der gesamte Außenbereich zur Lichtquelle, während die Garage oder Unterführung selbst angenehm im Schatten liegt.
Das Ergebnis:
Weiches, kontrolliertes und sehr schmeichelndes Portraitlicht.
KI generiert
Garagenlicht findet man fast überall
Ein weiterer Vorteil: Diese Lichtsituation ist überraschend häufig zu finden.
Zum Beispiel bei:
Parkhäusern
Garagen
Hauseingängen
Unterführungen
Halleneingängen
Überdachungen
Eigentlich überall dort, wo:
Schatten vorhanden ist
davor eine helle Fläche liegt
Und genau deshalb lohnt es sich, beim Fotografieren nicht nur nach Motiven zu suchen sondern vor allem nach Licht.
Denn gutes Licht ist oft näher, als man denkt.